Nutztierhaltung:
Zum gestern veröffentlichen Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“, sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:
Mit diesem Gutachten zeichnet sich ein Umdenken im Beirat des Bundeslandwirtschaftsministers ab. Mehr Platz, Auslauf und Möglichkeiten zur artgemäßen Beschäftigung für die Tiere, deutlich reduzierter Arzneimitteleinsatz, ein Umsteuern in der Zucht, Anhebung der Mindeststandards, Bestandsobergrenzen, Reduktion der Tierbestände, orientiert an der vorhandenen Fläche, Anpassungen im Düngerecht, die über den Entwurf der Düngeverordnung hinausgehen - kaum eine grüne Forderung der letzten Jahre zur Nutztierhaltung, die sich nicht in den Empfehlungen des Beirates wiederfindet. Tiefgreifende Änderungen in der Nutztierhaltung sind erforderlich, so sagt es der Beirat mit erfreulicher Deutlichkeit. Darauf haben wir lange gewartet.
In der Vergangenheit haben wir aus der Agrarökonomie selten gehört, dass das einseitige Setzen auf Kostensenkungsstrategien viele Betriebe in eine Sackgasse führt. Mehr, schneller, größer, billiger – damit muss jetzt in der Tierhaltung endlich Schluss gemacht werden. Dies dient nicht nur dem Tierwohl, sondern auch einer standortangepassten, bäuerlichen Landwirtschaft.
Wenn wir wollen, dass die Betriebe zügig die Tierhaltung verbessern, dann müssen sie dafür auch entsprechende Einkommen erzielen können. Dafür müssen die Märkte funktionieren. Wir setzen dafür auch auf Vorschläge des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesministeriums.
Auch weitere neue Tierschutzrichtlinien werden nur zum gewünschten Erfolg führen, wenn die Bereitschaft eines Umdenkens in Wirtschaft und Politik besteht. Es muss jetzt mit konkreten Schritten an die Umsetzung einer neuen Agrarpolitik gehen und darum, dabei viele Betriebe mitzunehmen.
Fraktion SH



