EU-Saatgutrecht nicht einseitig an Interessen der Saatgutindustrie ausrichten

Zur Diskussion um die geplante Novelle des EU-Saatgutrechts sagt der europa- und agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Das EU-Saatgut- und Sortenrecht muss die Interessen einer vielfältigen, bäuerlichen Landwirtschaft in Europa berücksichtigen und darf nicht einseitig auf die Interessen der Saatgutindustrie zugeschnitten werden. Die Regelungen müssen so gefasst werden, dass der gefährlichen Tendenz zur Monopolisierung des Saatgutmarktes kein Vorschub geleistet wird.

Noch liegen die Kommissionsentwürfe nicht vor, aber was dazu bisher durchgesickert ist, lässt nichts Gutes erahnen. Ich erwarte von unseren VerhandlungsführerInnen in Brüssel, sich dafür einzusetzen, dass

  • die Zucht und der Handel mit alten Sorten (Erhaltungssorten) wie der Kartoffelsorte Linda erleichtert wird;
  • die Zulassungskriterien für Sorten so gefasst werden, dass kleine und mittelständische Zuchtunternehmen nicht vom Markt verdrängt werden
  • große Saatgutkonzerne wie Monsanto nicht eigenständig ihre Saatgutprüfungen durchführen dürfen
  • als zusätzliche Schiene bei der Sortenanmeldung ein Zulassungsverfahren für Sorten mit breiterer Genetik geschaffen wird;
  • das Züchterprivileg sowie das grundsätzliche Recht auf freien Nachbau gesichert werden.

Dabei geht es um viel mehr als die Verwendung von freiem Saatgut im Schrebergarten, nämlich um den Erhalt der multifunktionalen Landwirtschaft, Biodiversität in der Kulturlandschaft und um Ernährungssicherheit. Die Konzentration im Saatgutbereich und die Reduzierung auf wenige Sorten weltweit haben schon heute Ausmaße angenommen, die eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit darstellen. Eine Monopolstellung der multinationalen Saatgutkonzerne müssen wir verhindern!

 

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