Frische Seeluft ist trügerisch

Zu den Untersuchungen des Nabu zur Luftverschmutzung an Kreuzfahrtterminals sagt die umweltpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

 Der Nabu legt den Finger erneut und zurecht in die Wunde. Erholung  bei „frischer Seeluft“ ist trügerisch. Die gemessenen Schadstoffwerte sind alarmierend, sowohl für die Passagiere der Schiffe als auch die AnwohnerInnen in den Häfen.  

 Der Einbau moderner Abgassysteme ist die Lösung und Stand der Technik. Die Reedereien müssen ihrer Verantwortung für die Umwelt und den internationalen Schutzabkommen endlich nachkommen. KreuzfahrttouristInnen sollten sich ihre Urlaubsschiffe danach aussuchen, wie umweltfreundlich sie diese zu den Traumzielen unserer Erde bringen.

 

 Hintergrund:

 Die Ost- und Nordsee gehören zu den sogenannten Sulphur Emission Control Areas (SECAs), in denen strengere Grenzwerte für den Schwefelgehalt von Schiffsbrennstoffen gelten. Der für Weltmeere geltende Grenzwert von 4,5 Prozent Schwefel ist hier auf 1,0 Prozent begrenzt, 2015 soll er laut revidierter Fassung des Annex VI des MARPOL-Abkommens vom Oktober 2008 auf 0,1 Prozent sinken. Für die übrigen Gebiete ist für 2012 ein Grenzwert von 3,5 Prozent festgelegt, der bis spätestens 2025 auf 0,5 Prozent sinken soll.

 Ost- und Nordsee gehören zu den am stärksten belasteten Meeren. Etwa 80 Prozent des Verkehrs findet in Küstennähe statt. Zum Schutz der Gesundheit von Anwohnern und Beschäftigten sind bereits in Häfen Treibstoffe mit 0,1 Prozent Schwefelanteil vorgeschrieben – der jedoch immer noch hundertmal höher ist als der zulässige Grenzwert für Dieselkraftstoff im Straßenverkehr. Die SECAs leisten in Nord- und Ostsee wie auch an den gesamten Küsten Nordamerikas einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung sowie zum Gesundheits- und Meeresschutz.

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