Landesjagdverband soll Artenschutz aktiv unterstützen

Zu den Äußerungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen auf dem Landesjägertag in Rendsburg sagt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

Der Landesjagdverband ist Mitglied im Landesnaturschutzverband und anerkannter Naturschutzverband. Als solchem stünde es ihm gut zu Gesicht, aktive Unterstützung für den Artenschutz in Wald und Feld zu leisten, unabhängig davon, ob eine geschützte Art dem Jagdrecht unterliegt oder nicht.

Dies tun auch viele JägerInnen. Die elf zu WolfsbetreuerInnen geschulten JägerInnen sind ein gutes Beispiel dafür.

Eine Übernahme des Wolfes ins Jagdrecht ist vollkommen unsinnig. Der Abschuss eines Wolfes ist verboten und bleibt verboten. Der Jagdverband führt hier eine ideologische Scheindebatte. Das Naturschutzrecht gilt unabhängig vom Jagdrecht unmittelbar für die Jägerschaft. Es gibt kein einziges Argument dafür, dass eine Übernahme von bedrohten Arten in das Jagdrecht für die Arten etwas zum Besseren wenden könnte.

Völlig absurd ist auch, dass der Landesjagdverband einen Zusammenhang zwischen dem dramatischen Rückgang der Bekassine und der Herausnahme dieser Art aus dem Jagdrecht vor 40 Jahren herstellen will. Die Bekassine, Vogel des Jahres 2013, ist eine bundesweit vom Aussterben bedrohte Wiesenvogelart, deren Rückgang in erster Linie auf den Schwund ihres Lebensraumes zurückzuführen ist. Wer etwas für die Bekassine tun möchte, muss sich für den Schutz von Feuchtgrünland und Mooren stark machen. Viele JägerInnen sind gleichzeitig auch engagierte NaturschützerInnen und setzen sich genau dafür ein.

Das gleiche gilt auch für die Frage der bleifreien Büchsenmunition. Die gebetsmühlenartigen Bedenken, die von den Verbandsoberen immer wieder vorgetragen werden, teilen viele Mitglieder nicht. Sie sind bereit zum Umdenken und nutzen bereits heute schon vielfach bleifreie Munition.

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