Nonnengänse: Ammenmärchen

Zur Forderung des Landesjagdverbandes nach Vergrämung und Bejagung von Nonnengänsen an der Westküste sagt die naturschutzpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

Alle Jahre wieder rasten die Nonnengänse im April und Mai an unserer Westküste und fressen sich satt für den Weiterflug in ihre skandinavischen und osteuropäischen Brutgebiete. Sie sind in dieser Zeit Futterkonkurrenten für Schafe und Rinder in diesen Gebieten. Darum stellt die Landesregierung den betroffenen LandwirtInnen landeseigene Ersatzflächen zur Verfügung, um die Futterverluste zu kompensieren. LandwirtInnen, die an diesem Programm teilnehmen, müssen auf eine Vergrämung der Vögel verzichten. Dieses „Gänsemanagement“ funktioniert seit Jahren und hat sich sowohl für den Naturschutz als auch für die LandnutzerInnen bewährt.

Alle Jahre wieder stoßen JägerInnen und einige LandwirtInnen in das Horn der vermeintlich notwendigen Bestandsregulierung durch Abschuss oder Vergrämung. Dies ist weder für den Naturschutz noch für die LandnutzerInnen zielführend. Tierbestände – das beweisen zahlreiche Untersuchungen – werden nicht durch Bejagung reguliert. Ausfälle werden von den Tieren kompensiert. Vergrämung, also Verscheuchung der Vögel auf benachbarte Flächen löst das Problem ebenfalls nicht, es verstärkt es sogar. Die Tiere verbrauchen durch das Auffliegen mehr Energie, die sie sich danach durch Futter wieder zuführen müssen. Der Fraßdruck vergrößert sich. Zudem werden durch Vergrämungen auch andere Wiesenvögel nachhaltig gestört und deren Bruterfolg behindert.

Ammenmärchen, die alle Jahre wieder erzählt werden, werden dadurch nicht glaubhafter. Der Landesjagdverband sollte sich endlich mit Tatsachen beschäftigen und in der Realität ankommen.

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