Nur sofortiges und konsequentes Handeln kann Geflügelpest eindämmen

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 29A Bericht zur Geflügelpest

 

Dazu sagt der landwirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Ich danke dem Minister für seinen Bericht. Mein Dank geht ebenso an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Ministerium, in den Untersuchungslaboren, bei den Kreisveterinärbehörden und an vielen anderen Stellen, die in diesen Tagen zum Teil erhebliche Mehrarbeit leisten, und auch an all die Ehrenamtlichen, die ebenfalls im Einsatz sind, damit alles Notwendige getan wird, um die weitere Ausbreitung der Seuche einzudämmen.

Wir haben bisher in Schleswig-Holstein noch keinen vergleichbar schwerwiegenden Fall des Auftretens der Vogelgrippe gehabt. Es ist gut, dass unsere Landesregierung so schnell die Dimension erkannt und sofort nach der Identifizierung des Erregers durch das Friedrich-Löffler-Institut die richtigen Schritte eingeleitet hat.

Denn es handelt sich bei dem Virustyp H5N8, um eine besonders aggressive Variante der Vogelgrippe, die daher, wie der Minister bereits ausgeführt hat, auch als Geflügelpest bezeichnet wird.

Wir wissen, wie schwierig die Situation vieler Geflügelhalter durch die Aufstallungspflicht ist. Aber die Einschätzung des Risikos, da unterstütze ich voll und ganz den Minister, ließ gar keine andere Wahl, als diese Entscheidung vom Dienstag vergangener Woche. Und auch die Einbeziehung kleinerer Betriebe in die besonderen Biosicherheitsmaßnahmen, die ab morgen greifen werden, ist aus Vorsorgegründen nur vernünftig.

Und ja, es ist auch ein Stück weit schizophren, wenn gerade die Betriebe, die artgerechte Freilandhaltung betreiben, davon am härtesten betroffen sind. Es müssen Wege gefunden werden, bei längerem Andauern der Sperren und der Pflicht zur Aufstallung den Freiland, bzw. Ökostatus für die Betriebe zu sichern.  

Die Maßnahmen, die die Landesregierung konsequent und kurzfristig ergriffen hat, sind erforderlich gewesen und richtig.

Welche Ausmaße der Ausbruch einer Geflügelpest erreichen kann, dazu Beobachtungen aus dem vergangenen Jahr in den USA: In den Geflügelhochburgen des Mittleren Westens der USA, vor allem in den Staaten Iowa und Minnesota, mussten im vergangenen Jahr mehr als 43 Millionen Hühner und Puten getötet werden. Die durchschnittliche Hühnerfarm hat in den USA 1,5 Millionen Hühner. Mit 30 Millionen getöteten Legehennen entsprach das etwa zehn Prozent der US-Eierproduktion. Vier Bundesstaaten hatten den Notstand ausgerufen.

Die immer stärkere Konzentration der Tierhaltung, die im Geflügelbereich schon am weitesten fortgeschritten ist, stellt nicht nur ein Umweltproblem und ein Tierschutzproblem dar, sie birgt eben auch weitreichende Konsequenzen bei der Seuchenhygiene.

Daher werden bei Ergründung der Ursachen auch die Wege in der sehr differenzierten Erzeugungskette betrachtet werden müssen.

Aber wir müssen das anpacken, sonst ist das, was wir jetzt haben, und vielleicht, so hoffe ich jedenfalls, in einigen Wochen oder  Monaten wieder abgeklungen sein wird, nur der Vorgeschmack auf kommende Probleme.

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