Zur gestrigen Anhörung im Umwelt- und Agrarausschuss des Landtages zu Pestizidrückständen in Gewässern sagt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:
Pestizide gehören nicht ins Trinkwasser. Dennoch finden wir sie zunehmend in unserem Grundwasser, aus dem in Schleswig-Holstein das Trinkwasser gewonnen wird.
Das ist die Auswirkung einer immer intensiver produzierenden Landwirtschaft. Föhr ist ein trauriges Beispiel, dort wurden bereits Brunnen geschlossen. Aber auch andere Wasserwerke im Land haben größer werdende Probleme. Technische Aufbereitung des Wassers ist teuer und widerspricht dem sonst geltenden Vorsorge- und Verursacherprinzip. Die Logik der so genannten „modernen Landwirtschaft“, immer mehr zu produzieren und dafür immer mehr Pestizide einzusetzen, ist angesichts der Tatsache, dass 11 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich allein in Deutschland weggeworfen werden, eine absurde. Der Streit um Grenzwerte und Messtechniken führt ins Leere. Der Vorschlag des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) zur Einrichtung eines Fachbeirates sollte aufgegriffen werden, um zu einem effizienten Grundwasserschutz zu gelangen. Die Pestizide und damit die Gefahr kommen erst langsam im Grundwasser an, aber sie kommen an, und das vermehrt. Notwendige Maßnahmen sind:
- Eine Verringerung des Einsatzes
- Anwendungsbeschränkungen
- Überprüfung des Zulassungsverfahrens
- Klares Verursacherprinzip
- Einheitliche und verstärkte Kontrolle
Noch ist das Trinkwasser in Schleswig-Holstein unbedenklich, dass aber vor allem weil unser Wasser aus sehr tiefen Brunnen entnommen wird. Die Zeitbombe tickt, wir müssen uns jetzt dran machen, sie zu entschärfen.
Fraktion SH



