Rückwärtsgewandter Protest

Zur heutigen Demonstration des Bauernverbandes gegen die geplante Änderung des Landesnaturschutzgesetzes sagt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

„Der Bauernverband hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, sein Protest ist rückwärtsgewandt. Der Artenschwund in der Landschaft ist nicht mehr übersehbar. Immer mehr Menschen fordern auch deshalb eine andere Landwirtschaft. Freiwillige Leistungen allein haben den Verlust an biologischer Vielfalt nicht aufgehalten. Deshalb brauchen wir ein starkes Naturschutzrecht, das die Lebensgrundlagen für uns alle sichert. Der Sturmlauf gegen die Lockerung des Betretungsverbotes in der freien Landschaft, eine Selbstverständlichkeit in anderen Bundesländern, zeigt: der Bauernverband will Landwirtschaft ohne die Menschen. Wir dagegen wollen eine intakte Natur für die Menschen.

Schlicht falsch ist die Behauptung, die Küstenkoalition schwäche das freiwillige Engagement und den Vertragsnaturschutz. Das Gegenteil ist richtig. Wir haben den Vertragsnaturschutz gestärkt und die Mittel für den Vertragsnaturschutz und freiwillige Biotopschutzmaßnahmen beträchtlich erhöht. Trotzdem muss das Naturschutzrecht gestärkt werden: Die bekannten Fakten bezüglich des Artenschwundes sowie des Zustands unserer Gewässer sprechen eine deutliche Sprache.“

Der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Bernd Voß, fügt hinzu:

„Wer behauptet, der Naturschutz sei schuld an der wirtschaftlich angespannten Lage, in der sich Teile der Landwirtschaft momentan befinden, versucht nur, die Verantwortung von sich auf andere zu schieben. Lächerlich ist es, wenn mit dem Hinweis auf das Vorkaufsrecht von Existenzbedrohung gesprochen wird.

Die Nerven in vielen Betrieben liegen blank. Was die Milchbauern und andere landwirtschaftliche Erzeuger zurzeit in die Krise treibt, sind falsche agrarpolitische Konzepte, für die sich der Bauernverband seit Jahrzehnten einsetzt. Er trägt hier die entscheidende Verantwortung. Wer die Regeln von Angebot und Nachfrage durch unbegrenzte Massenproduktion missachtet, schafft eine ruinöse Einkommenssituation. Für Bäuerinnen und Bauern ist nicht zu übersehen, wer sie da vor welchen Karren spannt.“

Thema: 

AbgeordneteR: 

Grüne Partei SH
Anträge in Leichter Sprache
Parteiratsbericht der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
FördeWind 2022/1 -> Hier klicken