Saatgutvielfalt erhalten

Zur heutigen Beratung im Umwelt- und Agrarausschuss des Landtages über die geplante Reform des EU-Saatgutrechtes sagt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

 Wer kennt heute noch Buchweizen oder Leinsamen? Wer kennt gelbe Tomaten, blaue Mohrrüben oder rote Kartoffeln? Die Vielfalt an Arten und Sorten der Kulturpflanzen hat in den letzten Jahrzehnten in einem beängstigendem Maße abgenommen. Nach Schätzungen der Weltlandwirtschaftsorganisation FAO sind seit 1990 weltweit 75 Prozent der genetischen Vielfalt landwirtschaftlicher Kulturen verloren gegangen.

 Wir brauchen diese Vielfalt aber dringend zur Sicherung einer ausgewogenen Ernährung und für eine unter den Bedingungen des Klimawandels zukunftsfähige Landwirtschaft. Wir wollen nicht, dass wenige weltweit tätige Konzerne das Saatgut und damit die Zukunft unserer Ernährung in den Händen halten. Deshalb brauchen wir dringend Rahmenbedingungen beim Saatgutrecht, die kleine und mittelständische Zuchtunternehmen stärken und bäuerliche Betriebe nicht weiter abhängig machen von den großen Konzernen.

 Wir erwarten von der EU, dies bei der laufenden Reform des EU-Saatgutrechtes zu berücksichtigen. Wir fordern die Landesregierung auf, sich bei den anstehenden Beratungen und Abstimmungen im Bundesrat und auf EU-Ebene für den Erhalt alter Sorten und die Belebung der kleinen Akteure am Saatgutmarkt einzusetzen. Die Bedingungen zur Entwicklung lokal angepasster Sorten und der des ökologischen Landbaus müssen verbessert werden. Öffentliche Zulassungsverfahren und Sortenprüfungen müssen erhalten bleiben.

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