Wir brauchen mehr Vielfalt auf dem Saatgutmarkt

Zum heute von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlag für ein neues Saatgutrecht sagt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Wir werden uns sehr genau anschauen, was da unter dem Deckmantel von Vereinfachung und Flexibilisierung vorgeschlagen wird. Die EU-Kommission hat zwar klargestellt, dass der Austausch von Saatgut für nicht kommerzielle Zwecke weiterhin uneingeschränkt stattfinden kann. Doch damit ist die Kritik an den Plänen zur Novellierung des Saatgutrechts nicht vom Tisch. Die Ausgestaltung dieser Regeln haben eine große Tragweite: in Bezug auf die Agrobiodiversität, auf Ernährungssicherheit und auf die Strukturen im Saatgutmarkt.

Heute ist der weltweite Handel mit Saatgut auf wenige Monopolisten beschränkt. Dieser Trend muss sich umkehren. Wir brauchen im Saatgutmarkt mehr Vielfalt und mehr Angebote. Daher muss das Saatgutrecht die Arbeit kleinerer und mittlerer Unternehmen sowie regional arbeitender ZüchterInnen sichern und stärken. Nur so kann es auch mehr Angebote an Sorten des ökologischen Anbaus geben.

Der Erhalt und die Verbreitung alter Sorten, für die der Sortenschutz abgelaufen ist, muss erleichtert werden. Die Kulturpflanzenvielfalt als das wichtigste Kapital für die Sicherstellung der Ernährung darf nicht den großen Saatgutmultis überantwortet werden. Nach erster Durchsicht habe ich Zweifel, ob die vorgelegten Vorschläge ausreichen, um diese Ziele zu erreichen.

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