Wärmewende voranbringen

In Schleswig-Holstein ist es von Herbst bis Frühjahr oft und lange kalt – auch in Zeiten des Klimawandels. Wärmeenergie macht also einen großen Teil des Energieverbrauchs aus. Im sog. „Wärmesektor“ haben erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein zurzeit aber leider nur einen Anteil von knapp 14 Prozent. Das anvisierte Ausbauziel von 22 Prozent (als Zwischenziel für 2025) erreichen wir also nur, wenn wir unsere Anstrengungen in diesem Bereich deutlich verstärken.

Die Hälfte der derzeit erzeugten Energie aus Kohle, Öl und Erdgas wird derzeit für die Erzeugung von Wärme benötigt. Investitionen in Wärmedämmung und innovative Heiztechnik sind deswegen nicht nur ein Gewinn für den Klimaschutz, sie senken auch die Energieverbrauchskosten, entlasten die Mieter*innen und rechnen sich am Ende auch für die Hauseigentümer*innen.

Hierzu müssen sich die Rahmenbedingungen für die energetische Sanierung von Gebäuden entscheidend verbessern. Aber es muss noch mehr getan werden:

Unabhängig von dem, was der Bund beschließt, müssen das Land und die Kommunen müssen ihren Teil dazu beitragen. Viele Kommunen haben nicht die Personalkapazitäten, die Wärmewende voranzutreiben. Zukunftsweisende Modelle wie die Klimaschutzagentur des Kreises Rendsburg-Eckernförde wollen wir deshalb unterstützen. Wir begrüßen daher den Kabinettsbeschluss von Anfang Juni, Kommunen zusätzliche Gelder bereitzustellen, die ihre Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien umstellen wollen.

Auch Landesliegenschaften müssen nach und nach saniert und in diesem Zuge hinsichtlich der Energieeinsparmöglichkeiten und CO2 Minderungsziele optimiert werden, um damit den Anteil fossiler Energien am Energieverbrauch zu senken. Dafür haben wir seit 2012 das Programm PROFI aufgelegt.

Neben der Sanierung einzelner Gebäude muss der Klimaschutz aber auch in der Bauleitplanung und Quartiersentwicklung stärker berücksichtig werden. Dazu haben wir Anfang Juni mit “Jamaika“ einen Antrag zur Ausrichtung der Städtebauförderung auf Umwelt und Klimaschutz eingebracht.

Vor Ort fehlt es häufig an Wissen und Überblick, welches Förderprogramm für welches Projekt in Frage kommt. Kommunen finden diesbezüglich Unterstützung bei der Energieagentur der Investitionsbank Schleswig-Holsteins und die Energie- und Klimaschutzinitiative EKI. Sie helfen den Kommunen dabei, die Wärmewende vor Ort zu gestalten.

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