Zum heute vorgestellten Bildungspaket „Stark von Anfang an: Mit bester Bildung und Betreuung“ sagt der Vorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Lasse Petersdotter:
„Wir sichern bestehende Strukturen ab und setzen neue Akzente.
Wir werden die Unterrichtsversorgung an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien wieder deutlich verbessern. Mit nun über 103 Prozent Unterrichtsversorgung schreiben wir künftig Rekordzahlen. Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe werden mit 103,6 Prozent die höchste Unterrichtsversorgung im Land haben. Das ist mit Blick auf die Arbeit, die dort geleistet wird, auch richtig so.
Wir legen als Koalition einen deutlichen Schwerpunkt auf Bildung trotz weiterhin herausfordernder Rahmenbedingungen. Den letzten Schritt der Oberstufenreform werden wir nicht gehen. Das aktuelle Angebot an Geschichtsunterricht, Religionsunterricht und der zweiten Fremdsprache bleibt wie bisher erhalten.
Mit dem Azubiwerk schaffen wir eine deutschlandweit einmalige Struktur für Auszubildende in Schleswig-Holstein. Das Azubiwerk schafft bezahlbaren Wohnraum, finanzielle Unterstützung, Teilhabe und wichtige Beratungsangebote. Schleswig-Holstein übernimmt eine Vorreiterrolle und verbessert die Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung. Ausbildung verdient denselben Rückhalt wie ein Studium.
Das Azubiwerk wird ein Dienstleister und Wegbegleiter für Auszubildende. Während Studierende vom breiten Angebot des Studentenwerks profitieren, gibt es eine vergleichbare Unterstützung für Auszubildende bislang nicht. Schwerpunkt des Azubiwerks wird sein, bezahlbaren Wohnraum – etwa durch Azubiwohnheime – für Auszubildende zur Verfügung zu stellen. Noch im Jahr 2026 werden wir daher eine Markt- und Bedarfsanalyse durchführen, um die Bedürfnisse von Auszubildenden konkret zu ermitteln.
Zudem werden wir neue Formen der finanziellen Unterstützung für Azubis auf den Weg bringen. Durch einen Notlagenfonds schaffen wir eine Unterstützung in besonders herausfordernden Lebenslagen. Mit der Azubistarthilfe schaffen wir ein vergleichbares Instrument wie die Studienstarthilfe, jetzt auch für Auszubildende. Durch die Azubistarthilfe erhalten Auszubildende, die aus einer Bedarfsgemeinschaft in ihre erste Ausbildung starten, eine Unterstützung von einmalig 350 Euro, die nicht zurückgezahlt werden muss.
Eine weitere Säule des Azubiwerks ist ein breites Beratungsangebot. Neben einer Verweisberatung zu den bestehenden Angeboten etwa von Kammern, Jugendmigrationsberatung und anderen, wird es auch eigene Beratungsangebote geben. Dazu zählt etwa eine psychosoziale Beratung für Azubis und eine Beratung für Auszubildende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen.
Das Azubiwerk wird im Wesentlichen durch einen Landeszuschuss von sieben Millionen Euro jährlich finanziert. Dazu kommen eigene Einnahmen und Zuschüsse von Kooperationspartner*innen.“

Lasse Petersdotter
Fraktionsvorsitzender
Sprecher für Wirtschaft und Arbeit
