Bund, Land, Kammern und Betriebe müssen gemeinsam ihrer Verantwortung gerecht werden

Wir wollen die ÜLU weiter stärken. Dazu gehört für uns, die tatsächlichen Durchführungskosten neu zu betrachten, die Fördergrundlage weiterzuentwickeln und zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, etwa aus europäischen Mitteln, zu nutzen. Die bekannt gewordenen Kürzungspläne beim MFR und dem ESF sehen wir kritisch und gefährden auch solche Strukturen. Gleichzeitig müssen Bund, Land, Kammern und Betriebe jeweils ihrer Verantwortung gerecht werden.

Das BAföG darf der Realität nicht dauerhaft mehrere Jahre hinterherlaufen

Angesichts der Entwicklung der Wohn- und Lebenshaltungskosten ist eine deutliche Erhöhung längst überfällig. Die Wohnkostenpauschale von derzeit 380 Euro reicht vielerorts nicht einmal mehr für einen Platz im Studierendenwohnheim. Dass sie auf 440 Euro steigen soll, ist deshalb richtig, aber immer noch viel zu wenig. Dass Studierende darauf aber bis zum Sommersemester 2027 warten sollen, ist eine Frechheit.

Lebenslanges Lernen stärken

Wer als Erwachsener einen Schulabschluss nachholen will, braucht Mut und soll dafür eine echte Chance bekommen, unabhängig von Geldbeutel, Wohnort oder familiärer Situation. Dafür brauchen wir aber zuerst Transparenz über die bestehenden Lücken und Bedarfe. Erst darauf aufbauend können wir dann entscheiden, wo und wie wir gezielt Angebote ausbauen.

Klassische Hausaufgaben sind ein Auslaufmodell

Ich glaube, Schulen, die klassische Hausaufgaben aufgeben, werden es in Zukunft schwer haben, sich gegenüber anderen Schulen zu behaupten, die das nicht tun. Das gilt ganz besonders für Grundschulen. Ich bin überzeugt, gerade an Grundschulen sind klassische Hausaufgaben nicht mehr zeitgemäß, wenn Vor- und Nachmittag gut ineinandergreifen, wenn ausreichend pädagogische Lernbegleiter vorhanden sind und wenn das pädagogische Konzept ein integriertes Lernzeitmodell vorsieht.

Zeit für einen neuen Aufbruch – die CAU hatte eine starke Bewerbung

Wir sollten den Aufbruch nutzen. Die CAU wird nach über zwei Jahren Vakanz endlich einen neuen Präsidenten haben. Diese Chance müssen wir gemeinsam nutzen und ihm den Rücken stärken. Wir werden die hervorragenden Exzellenzcluster weiter stärken. Und natürlich muss auch der Ozean der Zukunft wieder zu einem Exzellenzcluster werden. Die Meeresforschung in Schleswig-Holstein ist etwas Besonderes. Auf dieser gewachsenen Tradition, auf der Ausrichtung Kiels und der CAU am Ostseeraum und auf einem guten Konzept können wir aufbauen. Ich blicke deshalb zuversichtlich auf die Zukunft der CAU.

Der Jura-Bachelor schafft eine echte Perspektive

Der Jura-Bachelor schafft etwas, was im Jurastudium bisher fehlte: eine echte Perspektive neben dem Alles-oder-nichts-Prinzip des Staatsexamens. Der Bachelor eröffnet den Zugang zu Masterstudiengängen. Er schafft berufliche Möglichkeiten etwa in Rechts- und Personalabteilungen, im Compliance-Bereich oder im öffentlichen Dienst. Und er verhindert, dass mehrere Jahre erfolgreicher universitärer Ausbildung am Ende auf dem Papier praktisch unsichtbar und für den Arbeitsmarkt nicht nutzbar bleiben.

Gute Schulentwicklung ist essenziell für die Entwicklung einer ganzen Region

Schleswig-Holstein ist regional unterschiedlich, das gilt auch für die Schulen. Die Herausforderungen unterscheiden sich zwischen den Städten und auf dem Land, zwischen der Ost- und Westküste, dem Hamburger Rand und den Regionen weit weg von den Lehramtsuniversitäten. Insbesondere der Lehrkräftemangel ist ein ungleich verteilter Mangel und benötigt deswegen regional unterschiedliche Lösungsansätze.

Lernstandserhebungen sind für die Bildung unserer Schüler*innen wichtig

LeA steht für Lernausgangslage. Zum Start der Grundschule in Klasse 1 und zum Start in der weiterführenden Schule in Klasse 5 wird die Lernausgangslage aller Schüler*innnen mit LeA.SH erfasst. Den Lehrkräften soll LeA helfen, die Kompetenzen der Schüler*innen schnell einzuschätzen. In Klasse 2 und 6 ist LeA dann freiwillig nutzbar.

„Wohnen für Hilfe“ ist ein kleinerer Baustein, aber wir brauchen mehr Wohnheimplätze 

Das Deutsche Studierendenwerk selbst ordnet „Wohnen für Hilfe“ ausdrücklich nur als Ergänzungsangebot ein und betont, dass vor allem mehr Wohnheimplätze gebraucht werden. Das ist für uns in Schleswig-Holstein besonders relevant. Die Versorgungsquote mit öffentlich geförderten Studierendenwohnplätzen lag 2025 bei 6,7 Prozent, bundesweit waren es 10,1 Prozent. Dementsprechend legen wir unseren Schwerpunkt genau richtig auf die Schaffung zusätzlicher Plätze.

Rückenwind für Auszubildende

Das Azubiwerk soll Auszubildenden Rückenwind geben, ohne Doppelstrukturen zu schaffen. Es gibt bereits heute Institutionen, die Auszubildende unterstützen, etwa die Jugendberufsagenturen, die Kammern und andere. Das Azubiwerk soll aber das leisten, was auch das Studentenwerk leistet: Immer dann Unterstützung zu sein, wenn man sich im Feierabend befindet, und den Auszubildenden die Hilfe anbieten, die sie schlichtweg verdient haben.

1 2 3 … 24