Es gilt das gesprochene Wort!
TOP 25 – Sensibilität für queere Vielfalt an Schule fördern
Dazu sagt der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Malte Krüger:
Sehr geehrte Damen und Herren,
alle Kinder und Jugendlichen sollen sich in der Schule wohlfühlen, unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität. Doch noch immer erleben viele queere Schüler*innen Ausgrenzung, Beleidigungen oder sogar Gewalt. Das akzeptieren wir in Schleswig-Holstein nicht und setzen uns für Diskriminierungsfreiheit und den Schutz von Betroffenen ein. Prävention ist eine Aufgabe der Schule für ein respektvolles und friedliches Miteinander.
Das wusste auch die kürzlich verstorbene Rita Süssmuth von der CDU, die sich wie keine andere für Entstigmatisierung von queeren Menschen eingesetzt hat und mit ihrem Wirken vermutlich zehntausenden Menschen das Leben gerettet hat. Vor dieser Lebensleistung kann man sich nur verneigen!
Sprache und die Anrede mit Namen und Pronomen sind wirkmächtig und können im Zweifelsfall verletzend sein. Namen und Pronomen sind Ausdruck der eigenen Identität und verdienen Achtung. Deshalb muss die Verwendung selbstgewählter Vornamen und Pronomen in der Schule berücksichtigt werden. Auch geschlechtergerechte und inklusive Sprache sollte stärker gefördert werden, damit in Schulen nicht nur alle mitgemeint, sondern auch mitbenannt sind.
In Zukunft sollten bei der Gebäudeplanung von Schulen Unisex-Toiletten mit Einzelkabinen nach skandinavischem Vorbild zum Standard werden. Dafür müssen diese im Musterraumprogramm auch als Standard vorgesehen werden. So kommen Verunsicherungen gar nicht erst auf. Damit Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte im Umgang mit LGBTIQ+-Schüler*innen sicher und sensibel handeln können, gibt es gezielte Beratung, Aus- und Fortbildungsinhalte und Projekte wie „Vielfalt gestalten“ sowie den Landesaktionsplan „Echte Vielfalt“. Queere Menschen in Schulen brauchen einfühlsame und wertschätzende Pädagog*innen. Daher unterstützen wir Grüne alle Bemühungen, damit die Aus- und Fortbildung in diese Richtung weiterentwickelt wird.
Gerade jetzt, wo es politische Gruppierungen gibt, die wieder mehr Ausgrenzung und weniger Vielfalt wollen, müssen wir Freiheit und Mitmenschlichkeit schützen. Unsere Demokratie lebt von Vielfalt. Schule ist der Ort, an dem wir lernen, respektvoll miteinander zu leben und vielfältig zu denken. Vielfalt ist unsere Stärke und ganz sicher keine Schwäche.
Vielen Dank!

Malte Krüger
Sprecher für Schule, Hochschule, Wissenschaft, berufliche und politische Bildung
