Zwei Jahre Aktionsplan Ostseeschutz: Wichtige Fortschritte erreicht – jetzt gemeinsam die nächsten Schritte gehen

Anlässlich des zweijährigen Bestehens des Aktionsplans Ostseeschutz am 19.03.2026 sagt die meeresschutzpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grüne, Silke Backsen:

Zwei Jahre nach dem Start des Aktionsplans Ostseeschutz zeigt sich: Schleswig-Holstein hat beim Schutz der Ostsee wichtige Schritte auf den Weg gebracht. Das ist angesichts des schlechten Zustands der Ostsee auch dringend nötig. Entscheidend ist, dass aus dem beschlossenen Meeresschutz nun dauerhaft wirksame Verbesserungen werden.

Positiv ist, dass in den vergangenen zwei Jahren zentrale Strukturen für den Meeresschutz aufgebaut wurden. Mit der Meeresschutzstation Ostsee, dem wissenschaftlichen Beirat, den regionalen Ostseebeiräten und vielen Beteiligungsformaten ist es gelungen, Fachwissen, Engagement und regionale Verantwortung enger zusammenzubringen. Auch bei der Bergung von Geisternetzen und Munition, bei der Wiederherstellung wertvoller Meereslebensräume und bei der Förderung kommunaler Kläranlagen zur besseren Nährstoffeliminierung sind wir vorangekommen.

Gleichzeitig bleibt klar: Ein großer Brocken liegt weiter an Land. Die Ostsee leidet massiv unter zu hohen Nährstoffeinträgen, vor allem aus der Landwirtschaft. Weniger Stickstoff und Phosphor in unseren Gewässern sind keine Nebenfrage, sondern eine Voraussetzung dafür, dass sich die Ostsee überhaupt erholen kann. Freiwillige Maßnahmen, Beratung und regionale Umsetzungspläne sind wichtig. Aber sie müssen schnell, wirksam und überprüfbar sein.

Deshalb brauchen wir in den kommenden Jahren deutlich mehr Tempo bei der Reduktion der Nährstoffeinträge. Dazu gehören verlässliche Kontrollen, eine konsequente Umsetzung bestehender Vorgaben und zusätzliche wirksame Maßnahmen zum Gewässerschutz. Die Landwirtschaft ist dabei nicht Gegnerin, sondern eine unverzichtbare Partnerin.

Der Aktionsplan Ostseeschutz war und ist ein wichtiger Schritt. Jetzt geht es darum, ihn mit Ausdauer, Verlässlichkeit und gemeinsam mit allen Beteiligten weiter umzusetzen. Die Ostsee kann nicht warten.

Silke Backsen

stellvertretende Fraktionsvorsitzende

Sprecherin für Umwelt- und Naturschutz, Meeresschutz, Tourismus