Zu den Forderungen der heute vor dem Landtag demonstrierenden Milchbäuer*innen sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Dirk Kock-Rohwer:
„Die Preisschwankungen am Milchmarkt mit regelmäßig weit unter der zur Kostendeckung erforderlichen Höhe der Erzeugerpreise sind für Betriebe, die langfristig planen und investieren müssen, eine echte Existenzbedrohung. Ich unterstütze daher die Forderung nach einer Vertragspflicht und Preistransparenz. Dies scheitert momentan an der Bereitschaft der Bundesregierung, den Artikel 148 der Gemeinsamen Marktordnung der EU konsequent umzusetzen. Eine Regelung für die Einführung eines freiwilligen Lieferverzichts mit Finanzierung aus dem landwirtschaftlichen Krisenfonds wäre hier ein Lösungsweg. Ebenso blockiert die Bundesregierung die Einführung der bereits beschlossenen Weideprämie. Diese wurde verschoben auf das Jahr 2027, doch ich befürchte, es wird eher der Sankt-Nimmerleinstag werden. Mit einer artgerechten Weidehaltung von Milchkühen leisten die Betriebe im Land einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaft und zum Tierwohl. Und auch für die Gesundheit ist Weidemilch gegenüber der Milch von Kühen aus reiner Stallhaltung ein Vorteil.

Dirk Kock-Rohwer
Sprecher für Landwirtschaft, Forsten, Tierschutz, Katastrophenschutz, Bundeswehr, Verbraucher*innenschutz, Niederdeutsch und Minderheiten
