Zur Ankündigung des Umweltministeriums, die Verwendung PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel in Wasserschutzgebieten einzuschränken, sagt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Silke Backsen:
„PFAS sind eine der gefährlichsten Stoffgruppen unserer Zeit. Sie werden nicht umsonst Ewigkeitschemikalien genannt: Gelangen sie einmal in Böden, Gewässer oder Grundwasser, bauen sie sich kaum oder gar nicht ab. Deshalb müssen wir handeln, denn diese Ewigkeitschemikalien können krank machen und werden von der WHO zum Teil als krebserregend eingestuft.
Dass Schleswig-Holstein die Verwendung PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel in Wasserschutzgebieten nun entscheidend einschränken will, ist deshalb ein wichtiger Erfolg für den vorsorgenden Trinkwasserschutz. Unser Trinkwasser wird in Schleswig-Holstein vollständig aus Grundwasser gewonnen. Gerade in Wasserschutzgebieten müssen wir daher verhindern, dass langlebige und schwer entfernbare Schadstoffe überhaupt erst in den Boden gelangen. Trinkwasserschutz darf nicht erst beginnen, wenn Grenzwerte überschritten werden. Ich sehe es insgesamt kritisch, dass Pflanzenschutzmittel in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden dürfen.
Schleswig-Holstein nimmt bei der Bekämpfung von PFAS bereits eine Vorreiterrolle ein. Mit dem 3,5 Millionen Euro schweren PFAS-Sonderprogramm stärkt das Land das Monitoring von PFAS in Boden und Grundwasser und unterstützt Kommunen bei der Erkundung und Sanierung belasteter Standorte. Das ist wichtig, weil wir noch immer kein vollständiges Bild der Belastungslage haben. Klar ist aber schon jetzt: Jede vermeidbare PFAS-Belastung ist eine zu viel.
Die neue Verordnung ist ein starkes Signal, sie löst aber nicht alle PFAS-Probleme. PFAS finden sich weiterhin in vielen Alltagsprodukten und technischen Anwendungen, von Beschichtungen über Imprägnierungen bis hin zu industriellen Produkten. Diese Stoffgruppe ist zu langlebig, zu mobil und zu riskant, um sie weiter breit einzusetzen. Deshalb brauchen wir neben konsequentem Handeln im Land auch eine schnelle und umfassende Einschränkung auf nationaler und auf EU-Ebene. Nur wenn PFAS deutlich reguliert werden, können wir unser Trinkwasser, unsere Böden und unsere Gesundheit dauerhaft schützen.“

Silke Backsen
stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Sprecherin für Umwelt- und Naturschutz, Meeresschutz, Tourismus
