Wer bei der Psychotherapie spart, macht Menschen kränker

Zum morgigen bundesweiten Protesttag am 15.04. der Psychotherapeut*innen sagt der gesundheitspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Jasper Balke:

„Wir Grüne in Schleswig-Holstein unterstützen die berechtigten Proteste der Psychotherapeut*innen ausdrücklich. Was wir aktuell erleben, ist ein beispielloser Doppelschlag gegen die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland – und gegen Millionen von Menschen, die auf diese Versorgung angewiesen sind. Die geplante Rückführung der Psychotherapie in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung findet kaum mediale Beachtung, hätte aber die gravierendsten Folgen: Niedergelassene Psychotherapeut*innen aus Schleswig-Holstein berichten mir von drohenden Einkommenseinbrüchen von 30 bis 50 Prozent und dem Zwang, bis zur Hälfte ihrer Patient*innen aus laufenden Behandlungen zu entlassen. Wer bei der ambulanten Psychotherapie spart, spart nicht – sondern verlagert Kosten in die Zukunft und macht Menschen kränker. Die Gleichung ist simpel: Wer ambulante Therapieplätze vernichtet, produziert chronifizierte Krankheitsverläufe, teurere stationäre Aufenthalte und dauerhaften Ausfall von Arbeitskräften. Als jemand, der selbst an einer psychischen Erkrankung leidet, weiß ich, wie wichtig schnelle, niedrigschwellige und präventive Hilfe ist – Hilfe, die in unserem Gesundheitssystem mit den aktuellen Rahmenbedingungen so nicht gegeben ist. Psychotherapie ist keine Sozialausgabe, die man kürzen kann – sie ist
eine der kosteneffizientesten Investitionen im gesamten
Gesundheitssystem.“

Jasper Balke

Sprecher für Gesundheit, Pflege, Ehrenamt, Queer, Sport, Gesundheitswissenschaften, Medizinische Forschung und Lehre