Zum Gedenken an die deportierten und ermordeten Sinti*zze und Rom*nja aus Norddeutschland

Anlässlich des 86. Gedenkens an die von den Nationalsozialisten aus Norddeutschland deportierten und ermordeten Sinti*zze und Rom*nja sagtder minderheitenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Dirk Kock-Rohwer:

Der 16. Mai ist ein Tag des Innehaltens, der Trauer und der Verantwortung. Wir erinnern an die Sinti*zze und Rom*nja, die 1940 aus Norddeutschland deportiert und später in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden. Dieses Gedenken ist kein Ritual der Vergangenheit, sondern eine Verpflichtung für die Gegenwart.

Aus Schleswig-Holstein wurden etwa 2.000 Menschen verschleppt und ermordet. Hinter jeder Zahl stehen Menschen, Familien, Leben, die ausgelöscht wurden. Gerade die vom Schleswig-Holsteinischen Landtag in Auftrag gegebenen Studien machen deutlich, wie tief die Verfolgung auch in unserem Land verankert war: Die Studie zur Geschichte der deutschen Sinti*zze und Rom*nja in Schleswig-Holstein zeigt das Ausmaß von Verschleppung, Mord und fortwirkendem Leid. Die Aufarbeitung der Rolle der schleswig-holsteinischen Finanzbehörden zeigt zudem, wie staatliche Stellen an Entrechtung, Ausbeutung und Deportation beteiligt waren.

Gerade in einer Zeit, in der Ausgrenzung, Rassismus und Antiziganismus wieder lauter werden, brauchen wir Erinnerung. Schleswig-Holstein muss ein Land sein, in dem Sinti*zze und Rom*nja sicher, sichtbar und gleichberechtigt leben können.

Dirk Kock-Rohwer

Sprecher für Landwirtschaft, Forsten, Tierschutz, Katastrophenschutz, Verbraucher*innenschutz, Niederdeutsch und Minderheiten