Wir dürfen uns an solche Zahlen nicht gewöhnen!

Die aktuellen Zahlen zu Alkoholabhängigen in Schleswig-Holstein sind schockierend aber wenig überraschend. Wer schon einmal im Supermarkt, im Kiosk oder in einer Tankstelle einkaufen war, weiß, dass die letzten sichtbaren Produkte vor der Kasse zuckerhaltige Süßigkeiten (für Kinder) und hochprozentiger Alkohol in handlicher Form zum Mitnehmen sind. Die Verfügbarkeit und damit die Möglichkeit, Alkohol in jeder erdenklichen Form zu jeder Tages- und Nachtzeit zu erhalten, ist damit in Deutschland wesentlich höher als in anderen Ländern. Bereits ab 14 Jahren darf Alkohol in Begleitung von Erwachsenen konsumiert werden und je nach Alkoholgehalt ab 16 Jahren gekauft werden. Werbung, die gezielt alkoholische Getränke für ab 16-jährige anpreist, ist in Deutschland nicht verboten, sondern an der Tagesordnung. Und das obwohl Alkoholkonsum nicht nur als Einstiegsdroge gefährlich ist, sondern insbesondere für das wachsende, junge Gehirn erhebliche Folgeschäden auslösen kann.

Diese Reform ist nicht perfekt, aber sie ist allemal besser als keine Reform

Den Krankenhäusern in Schleswig-Holstein geht es nicht gut. Viele schreiben rote Zahlen, einige Kliniken müssen Insolvenz anmelden. Kommunale Häuser werden an private Investoren verkauft. Angebote werden eingeschränkt, gerade in der Geburtshilfe. Betten und Abteilungen können vorübergehend nicht betrieben werden, weil zu wenig Personal da ist. Wir haben in Deutschland im stationären Bereich einen Mangel an Personal und zu wenig Geld im System. Gleichzeitig leisten wir uns viele Kliniken und viele Betten, die nicht immer ausgelastet sind.

Das Maßnahmenpaket Pflege ist ein riesengroßer Erfolg

Pflege geht uns alle an. Jeder und jede hat im Laufe ihres Lebens mit Pflege zu tun: als Angehörige*r einer pflegebedürftigen Person, vielleicht sogar als Tochter oder Partner*in die pflegt, wenn wir selbst Unterstützung benötigen, oder auch im beruflichen Umfeld, beispielsweise als Pflegekraft.
In Schleswig-Holstein werden zwei Drittel aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Die meisten davon ohne professionellen Pflegedienst. Das bedeutet, der größte Pflegedienst im Land sind die pflegenden Angehörigen!

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss überall gelten

Menschen, die die gleiche Arbeit machen, sollten auch gleich bezahlt und bestenfalls auch an der gleichen Stelle angestellt werden. Gerade im Krankenhaus müssen alle Berufsgruppen Hand in Hand arbeiten und der Teamgedanke sowie die Identifikation mit dem Arbeitsplatz spielt in der alltäglichen Arbeit eine besondere Rolle. Die im Krankenhauswesen leider gängige Praxis der Ausgliederung bestimmter Bereiche in Servicegesellschaften schadet daher dem Betriebsklima und der Arbeitsatmosphäre.

Umstrittene Krankenhausreform passiert Bundesrat

Es ist wichtig, dass die Strukturreform trotz der Neuwahlen auf Bundesebene auch von der zukünftigen Bundesregierung Priorität erhält. Die zum 01.01.2025 fließenden Liquiditätsmittel an die Krankenhäuser werden kurzfristig helfen. Nachhaltig wirksam wird die Reform aber nur dann, wenn die nächsten Schritte in Zukunft in einem besseren Miteinander zwischen Bund und Ländern als bisher umgesetzt werden.

Gesunde Ernährung in Kitas und Schulen stärkt die Kinder in ihrer Entwicklung

Die Ernährung hat Auswirkungen auf ihre Gesundheit und körperliche Entwicklung, auf die Hirnentwicklung und die Konzentrationsfähigkeit, auf das Gewicht der Kinder und ihre Energie. Und schon sehr früh als kleines Kind prägt sich das spätere Ess- und Ernährungsverhalten aus. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder bereits in Kita und Schule eine gesunde und ausgewogene Ernährung bekommen und erfahren, wie schön es ist, gemeinsam mit anderen an einem Tisch zu sitzen und zu essen. Das ist auch kulturelle Bildung und stärkt die sozialen Beziehungen.

Die Menschen vor Ort brauchen eine klare Perspektive für die Gesundheitsversorgung in der Region

Die heutige Anhörung hat gezeigt, wie wichtig es war, die Sondersitzung zu beantragen und die betroffenen Akteure im Sozialausschuss des Landtages zu hören. Herr Denkhaus und Herr Vaasen standen den Abgeordneten als Insolvenzverwalter beziehungsweise -geschäftsführer Rede und Antwort, um über die aktuelle Situation zur Insolvenz der ehemaligen Johanniter-Einrichtungen in Geesthacht berichten zu können.

Ab wann ein Kind krank allein zu Hause bleiben kann, ist hoch individuell

Wir Grüne stehen deshalb zu notwendigen Veränderungen beim Kinderkrankengeld. Zum Beispiel ist mir nicht klar, weshalb die Krankschreibung des Kindes direkt am ersten Tag an den Arbeitgeber übermittelt werden muss. Dies auf drei Tage zu erhöhen und damit mit den Regelungen für alle Arbeitnehmenden zu harmonisieren, halte ich für unbedingt gegeben.

Pflege ist ein Armutsrisiko – das ist ein Armutszeugnis!

Eine grundsätzliche Reform unseres Pflegesystems hin zu einer Pflegeversicherung, die alle Eventualitäten des in Würde alt werdens absichert, ist alternativlos. Dies hat der Landtag in dieser Legislaturperiode und die Sozialministerin Touré im Rahmen der Sozialminister*innenkonferenz bereits deutlich gemacht.

Long-Covid muss ernst genommen werden

Es muss auch unsere Aufgabe sein, unser Gesundheitssystem so zu wappnen, das medizinische Personal so zu schulen, dass die Betroffenen nicht länger schulterzuckend von der einen Warteliste zur anderen wandern müssen, nur um schließlich ganz weggeschickt zu werden. Wir müssen einen Weg finden, wie wir bestehende Therapiemöglichkeiten schneller als sonst an die Patienten bringen können und vor allem auch schnell die Refinanzierung über die Krankenkassen zu erreichen, denn momentan zahlen viele die für sie passende Therapie noch aus eigener Tasche.

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